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Igelfreunde aufgepasst!

So langsam flaut die Hochsaison der Vogelbabies und -findlinge ab, doch für die WiTAS ist das nur eine kurze Verschnaufpause. Denn bald wird die Igel-Zeit anbrechen. Bereits jetzt haben die frühen Igel-Mütter die ersten Würfe. Deshalb sollte man beim Gärtnern, und insbesondere beim Versetzen von Kompost- oder Laubhaufen große Vorsicht walten lassen um die Nester oder womöglich die Babies - am Anfang kaum so groß wie eine Walnuss - nicht zu stören oder sogar zu verletzen. Tagsüber ist die nachtaktive Igelmama in der Regel bei den Jungtieren im Nest. Sobald die Dämmerung hereinbricht unternimmt sie dann Jagdausflüge um sich selbst zu stärken und ausreichend Milch für die Jungtiere zu produzieren. Bei gefundenen Igeln ist deshalb unbedingt darauf zu achten, ob ein Gesäuge angebildet ist. Wenn dies der Fall ist, muss das Muttertier so schnell wie möglich zurück an den Fundort, damit sie zu ihrem Nest zurückkehren kann.

 

Bereits jetzt treffen die ersten erwachsenen Igel als Findlinge bei der WiTAS ein. Dabei benötigen die meisten von ihnen eigentlich gar keine Hilfe. Dass ein Igel nicht davon läuft sondern starr verharrt oder sich, falls die Bedrohung akuter wird, zusammenrollt, ist völlig normales Verhalten. Deshalb werden den armen Stachelrittern ja so oft Straßen und Autos zum Verhängnis, denn Wegrennen ist keine typische Igel-Strategie. Auch dass sich manche Igel nicht unmittelbar zusammenigeln sondern zunächst die Stacheln stellen und ein hustendes Fauchen ausstoßen zur Abwehr ist kein Grund zur Besorgnis, sondern tatsächlich ein typisches und normales Verhalten. Solche Igel belässt man am besten am Fundort und beobachtet mit sehr viel Abstand. Am besten ist, man stellt auch sämtliche Lichtquellen ab und schaut  nach 20 bis 40 Minuten noch einmal nach, ob der Igel dann tatsächlich immer noch vor Ort ist. Meistens dürfte sich der Igel dann schon von ganz allein getrollt haben. 

 

Hat man Igel im Garten, so kommt es auch immer wieder vor, das besorgte Wildtierfreunde das Tier einsammeln und beim Tierarzt vorstellen, weil es hustet. Dies kann natürlich medizinische Gründe haben. Häufig handelt es sich bei diesen Lauten aber lediglich um Warn- und Imponierlaute, die nicht behandelt werden müssen. Allgemeine Informationen zu einem Igel-freundlichen Garten haben wir auf einem Info-Blatt im Bereich Tipps und Infos zusammengetragen. 

 

Am Samstag, 24. August 2019, um 11 Uhr, sowie am Dienstag, 3. September 2019, um 16 Uhr wird es außerdem jeweils ein Igel-Seminar geben, damit wir rechtzeitig für die Igel-Saison gewappnet sind. Die 1,5-stündigen Workshops finden im WiTAS Wildtierbüro bei Nelly's Futterkiste, New-York-Straße 3-7, 76149 Karlsruhe statt. Ziel des Seminars ist zum einen die Vermittlung von Wissen rund um die stacheligen Garten-Gäste, sowie hilfreiche Tipps und Ratschläge zum Igel-freundlichen gärtnern. Zum anderen geht es auch um die Vorbereitung und Schulung potentieller Pflegestellen, damit wir im Herbst und Winter dann entsprechend auf ein Igel-Netzwerk zurückgreifen können, wenn es um die art- und tiergerechte Auswilderung, Unterbringung und ggf. Überwinterung von WiTAS-Igeln geht. 

 

Wer Interesse an einer Teilnahme hat kann sich per E-Mail an larissa.witas-ka@outlook.de oder über unsere Facebook-Event-Seiten (August / September) anmelden; für Spontan-Besucher sind ggf. aber auch noch Plätze vorhanden.